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By Kersten Reich

In dem Buch wird grundlegend erörtert, welche Auswirkungen die Kapitalformen, d. h. ökonomisches, soziales, kulturelles, Körper- und Lernkapital, auf die Chancengerechtigkeit heute haben. In Theorie und Praxis werden vier Formen der Mehrwertbildung für alle Kapitalformen begründet. Damit wird die Theorie von Pierre Bourdieu entscheidend weiterentwickelt. Chancengerechtigkeit wird im Blick auf die Kapitalformen erörtert. Gesellschaftliche als auch individuelle Risiken in der zunehmenden Kapitalisierung werden umfassend herausgearbeitet und es wird gezeigt, warum der Staat bzw. die Gesellschaft die Chancengerechtigkeit erhöhen sollten und warum und wie die Individuen gefordert sind, eine Kapitalisierung aus eigener Kraft zu leisten oder ihr zu widerstehen. Folgende Fragen werden z. B. diskutiert:

Reicht ökonomisches Kapital für vielfältige Lebenschancen aus? Oder: Warum sind die Bessergestellten in der Chancenübertragung überwiegend bei ihren Kindern erfolgreich und die anderen nicht?

Sind soziale Beziehungen und Netzwerke wirklich entscheidend für Erfolge? Oder: Wie geschlossen oder offen sind Eliten für Neuankömmlinge?

Ist heute die kulturelle Bildung noch wichtig genug oder wird sie durch Lernkapital ersetzt? Oder: Tragen nicht gerade die Oberschichten mit ihrem Verhalten dazu bei, dass die kulturelle Bildung immer unwichtiger wird?

Wieso kosten unsere Körper immer mehr Geld? Oder: Warum treffen die Reichen immer die Schönen?

Wie verwandelt die Kapitalisierung das Lernen? Oder: Warum ist in keinem Industrieland der Welt der Schulerfolg so abhängig von der sozialen Lage wie in Deutschland?

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Eine wesentliche Voraussetzung dieser Entwicklung ist die einfache Kooperation, die auch schon vor der kapitalistischen Produktions- und Handlungsweise bestand. Sie entspringt aus der Kleinproduktion und zeigt sich vor allem im Handwerk. ) Zum anderen stellt eine kooperative Gruppe von Arbeitern leichter eine gesellschaftliche Durchschnittsqualität von Arbeit her als vereinzelte Arbeit, die stärker der individuellen Abweichung und Variation unterliegt. Die Kooperation macht serielles Arbeiten möglich.

Auch OECD 1996, 1998)}' Das Problem einer Rede vom »Humankapital« ist, dass es zwar humane Faktoren wie Wissen, Kompetenzen, Verhalten usw. beschreibt, aber nicht eindeutig und klar herleiten und begründen kann, wieso diese auch Kapitaleigenschaften sein sollen oder können. Kritiker halten daher den Begriff für problematisch und ungeeignet (vgl. z. B. Block 1990). Was spricht vor allem gegen die Bezeichnung »Humankapital«? Als Kostenfaktor wird das »Humankapital« oft den Produktionsmitteln bzw.

Wenn z. B. der akademische Titel dem kulturellen Kapital zugehört, so ist er symbolisch zugleich ein unterscheidendes Merkmal zwischen Menschen und ein Statussymbol. Alle in den Kapitalformen verkörperten oder enthaltenen Bestandteile tragen immer auch eine symbolische Seite, mit der sie ausgedröckt werden können. Symbolisches Kapital verleiht so z. B. Prestige, Reputation, es dient als Ehrenzeichen wie als Anerkennung, verschafft Positionen wie Privilegien, wenn wir die erfolgreiche Seite nehmen, aber es bezeichnet auch die verworfene Seite des Lebens, wenn es um Charakteristika von Armut, Verwahrlosung, Abstieg usw.

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